Bündnis Bezahlbares Wohnen und GBW Gruppe einigen sich

Dem Bündnis Bezahlbares Wohnen ist es nun in hartnäckigen und langwierigen Verhandlungen gelungen, eine Vereinbarung mit der GBW Gruppe für die Wohnanlage Konradinstraße in München auszuhandeln, die so bis jetzt in Deutschland einmalig ist: Keiner soll aufgrund der Modernisierung ausziehen müssen! Eine wichtige und positive Entwicklung für die Mieter vor Ort und das Bündnis Bezahlbares Wohnen.

Betroffene Wohnanlage in der Konradinstraße
Betroffene Wohnanlage in der Konradinstraße

  • Kompromiss zwischen Eigentümer- und Mieterinteressen gefunden
  • Vorstellung des gemeinsamen Konzepts auf der Mieterversammlung am 10. März 2015
  • Modernisierung „smart“ in der Konradinstraße 23 - 29, München
  • Besonderer Schutz für soziale Härtefälle
  • Intensive Mieterbetreuung während der Bauzeit

München, 13. März 2015, In konstruktiven Gesprächen zwischen der GBW Gruppe, dem Bündnis Bezahlbares Wohnen e.V. sowie Mietervertretern wurde eine Lösung zu den ab Juni 2015 geplanten Maßnahmen in der Konradinstraße 23 - 29 in München getroffen. Statt der ursprünglichen „Vollmodernisierung“ wird die GBW Gruppe eine Modernisierung „smart“ durchführen. Dazu wurde ein Maßnahmenkatalog beschlossen, der zahlreiche Mietervorschläge beinhaltet und vor allem auch die Bedürfnisse der älteren Mieterinnen und Mieter und soziale Härtefälle besonders berücksichtigt.

„Wir freuen uns, dass wir einen Kompromiss gefunden haben, mit dem alle leben können. Unser Ziel war es, die Auswirkung der anstehenden Modernisierung für unsere Mieterinnen und Mieter sozial und ökonomisch annehmbar zu gestalten. Das ist uns mit der Modernisierung „smart“ gelungen“, so Dr. Claus Lehner, Vorsitzender der Geschäftsführung der GBW Gruppe. „Besonders wichtig ist es uns, dass keiner unserer Mieter ausziehen muss, weil er sich die Modernisierung nicht leisten kann. Wir werden insbesondere auf soziale Härtefälle eingehen und in einzelnen Fällen von der gesetzlich zulässigen Umlagequote abweichen.“

„Das Bündnis Bezahlbares Wohnen bedankt sich für die fairen Gespräche mit der GBW Gruppe und ist froh, dass wir gemeinsam eine Einigung erreichen konnten. Insbesondere bei der Einstufung sozialer Härtefälle wird sich das Bündnis Bezahlbares Wohnen mit der GBW Gruppe abstimmen. Die Höhe der Modernisierungsmietanpassung wird bei diesen Einzelfällen unter der Begleitung vom Bündnis Bezahlbares Wohnen individuell vereinbart“, erklärt der 1. Vorsitzende Maximilian Heisler.

Modernisierung „smart“

Modernisierung „smart“ bedeutet u.a. den Verzicht auf eine Vielzahl von Baumaßnahmen in den Wohnungen. Dem Wunsch der Mieterinnen und Mieter die großen Bäume zu erhalten kommt die GBW Gruppe - wenn möglich - entgegen. Die Flächenverluste aufgrund der Fassadendämmung im Bereich der Loggien werden durch vorgesetzte Balkone im Loggienbereich kompensiert. Die Kosten für die neuen größeren Balkone werden nicht auf die Mieter umgelegt. Auch die vorhandenen Garagen bleiben in der jetzigen Form bestehen und werden saniert, sowie die Fahrradabstellplätze überdacht. Mit Rücksicht auf die Mieter wird der technische Bauablauf optimiert. So werden beispielsweise die Gerüstbehänge tageslichtfreundlich transparent sein. Größere Maßnahmen, wie der Austausch der Fenster und Heizkörper, werden in zwei zeitversetzen Phasen durchgeführt. Damit haben die Mieterinnen und Mieter die Möglichkeit sich in jene Räume zurückzuziehen, die nicht von der Fassadenarbeit betroffen sind. Auch temporärer Umzüge in eine andere GBW-Wohnanlage werden auf Wunsch organisiert – inklusive Umzugsmanagement.

Mieterbetreuung während der Bauzeit

Während der Bauzeit werden die Mieterinnen und Mieter in der Konradinstraße von der GBW-Mieterbetreuerin, den GBW-Kundenservicemitarbeitern, der technischen Projektleitung der GBW Gruppe, der Mieterbetreuung/Bauleitung der ausführenden Firma und dem Bündnis Bezahlbares Wohnen e.V. betreut. Dafür wird vor Ort auch ein Baucontainer-Büro zur Verfügung gestellt.

Kommentar von Friedhelm Puhlmann, Arbeitsgruppenleiter für Kooperationen vom Bündnis Bezahlbares Wohnen e.V. und 1. Vorsitzender IWAP e.V.:

Ganz im Sinne unseres Mottos „Kooperation statt Konfrontation“ ist ein erfreulicher Kompromiss zwischen der GBW Gruppe und dem Bündnis Bezahlbares Wohnen e.V. erzielt worden.

Nahezu ein Jahr haben die Verhandlungen angedauert, die von Beginn an von gegenseitigem Respekt getragen waren. Unsere Strategie der sachlichen und von Kompetenz getragenen Auseinandersetzung wurde von den Repräsentanten der GBW Gruppe interessiert aufgenommen und mit fairen Angeboten beantwortet.

Dies hat uns bestätigt, dass laute Demonstrationen nicht immer zum Erfolg führen. Vielmehr sind geduldige und von gegenseitigem Verständnis geprägte Verhandlungen erfolgreicher.

Wir sind gegen „Feindbilder“ und genau aus diesem Grunde werden wir unseren Weg der geduldigen und fairen Gespräche auch mit anderen Vermietern und Immobilienvertretern fortsetzen. Wir laden hierzu gerne alle Interessierten zum Mitmachen ein und freuen uns auf weitere Begegnungen."




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Kommentare: 4
  • #1

    wolfram (Montag, 16 März 2015 17:33)

    Super, ein tolles Ergebnis. Das ist wirklich beeindruckend!

  • #2

    Vinka (Montag, 16 März 2015 22:15)

    Gratulation an die "MG der Konradinstraße" und vor allem an den Vorstand vom Bündnis Bezahlbarem Wohnen!
    Spontan fällt mir dazu ein: " das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!"

  • #3

    GBW-Mieter (Dienstag, 17 März 2015 00:09)

    Hiermit habt ihr der GBW-Gruppe die Stirn gezeigt und auf Augenhöhe mit der GBW verhandelt. Klasse, das ist ein großer Erfolg. Endlich hat man hartnäckig daran gearbeitet und nicht locker gelassen und somit einen guten Kompromiss mit der GBW-Gruppe erzielt. Jetzt hat man schon den Fuß in der Tür und es wird für andere GBW Häuser leichter sein ihre Forderungen durchzusetzen. Die Mühe hat sich einfach gelohnt. Herzlichen Dank dafür!
    Die aktuelle Gesetzeslage ist schon eine Schweinerei, welche Möglichkeiten nun die Vermieter haben, die energetischen Modernisierungs-und Sanierungsbelastungen auf die Mieter abzuwälzen. Man sieht ja wie das derzeit von den Vermietern ausgenützt wird. Aber wir kämpfen dagegen an.

  • #4

    greece (Dienstag, 17 März 2015 19:52)

    Gratulation zum Kompromiss, das hört sich ja toll an.