Dieter Reiter: "München muss bezahlbar bleiben!"

Die aktuellen Erstbezugsmieten liegen nach dem Wohnungsmarktbarometer der Stadt bei unglaublichen 18,91 EUR pro Quadtratmeter. Da klingt der Satz “München muss bezahlbar bleiben!” von OB Dieter Reiter mehr als zynisch. Er ist ein Schlag ins Gesicht für die Münchner Mieter. Denn eigentlich hätte der OB das Wort „bleiben“ durch „werden“ ersetzen müssen.


Das Zitat stammt von seiner Eröffnungsrede der aktuellen Ausstellung “mehr wohnen” (bis 23. Januar in der Rathausgalerie). Hier präsentiert die Stadt ihre Bemühungen, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Der Fokus liegt mit dem Programm “Wohnen in München VI” eindeutig auf bauen - bauen - bauen. Und bei eben dieser Strategie entstehen die oben genannten teuren Erstbezugsmieten. Um also bezahlbaren Wohnraum zu sichern, will die Stadt rund 8.000 ‘unbezahlbare’ Wohnungen schaffen. Dieser Logik liegt ein blindes Vertrauen in ‘den Markt’ zugrunde. Mehr Wohnraum = mehr Entlastung am Wohnungsmarkt, so der im ersten Moment nachvollziehbare Grundgedanke. Bei dieser Rechnung werden allerdings folgende Fakten und Prognosen unterschlagen: es fehlen bereits rund 50.000 Wohnungen in München, pro Jahr werden ca. 30.000 Neu-Münchner erwartet und das doch sehr optimistische Neubaupotential laut Stadt liegt bei knapp 62.000 Wohnungen - inkl. der nicht unkomplizierten Nachverdichtung. Nach Adam Riese kann also bauen - bauen - bauen keine Zukunft für ein lebenswertes München sein.

Wir fordern daher ein sofortiges Umdenken im Rathaus hin zu erhalten - bauen - zukunft!




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Kommentare: 1
  • #1

    Anderl Pander (Montag, 01 Mai 2017 10:46)

    Zunächst fehlt die Transparenz. Wer kauft was wieso ist doch die Frage. Dann fehlt die Steuerungsmöglichkeit der Politik.

    IMHO: Investitionen von außerhalb gegenüber innerhalb versteuern , ala New York...
    Transparenz schaffen. Multi-Eigentum verhindern, Vorteile für Erst-Eigentum.

    Aber Hauptsache ist Transparenz und nochmal Transparenz.